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Geschichte

Geschichte der Laienspielgruppe Dittmannsdorf/ Witzschdorf e.V.

1994    1995    1996    1997    1998    1999    2000    2001
2002    2003    2004    2005    2006    2007    2008

Im Sommer diesen Jahres begann alles. Damals hatten einige theaterbegeisterte Mitglieder der Jungen Gemeinde die Idee, zum anstehenden Kirchgemeindefest von Witzschdorf einen kleinen Schwank aufzuführen. Man entschied sich für "Das Schwammerlgericht", einem Sketch der von den Irrungen und Wirrungen eines scheinbar vergifteten Pilzessens handelt. Nach relativ kurzer Probezeit präsentierten die Jugendlichen das Stück einem begeisterten Publikum in der Witzschdorfer Kirche.


Der Pfarrer des Ortes lenkte das Interesse der Laienspieler in Richtung sogenannter alternativer Krippenspiele. Hier wird nicht einfach nur die Geschichte der Geburt Jesu erzählt, sondern auch immer ein aktueller Bezug zur Gegenwart genommen. Dabei sollten auch keine Berührungsängste vor kontroversen und provozierenden Inhalten bestehen. Diese Idee fand großen Anklang, war es doch eine Möglichkeit schauspielerische Begeisterung mit der Verbreitung der christlichen Botschaft zu verbinden. Um nicht mit den Anhängern der traditionellen Form in Konflikt zu geraten, verlegte man die Spielzeit auf 22.00 Uhr und nannte das Ganze "Christnachtsfeier". Als Premiere kam am 24.12. "Ein Christnachtstraum" zur Aufführung. Das Stück beruhte auf einem bereits existierenden Manuskript, welches jedoch in Eigenregie weitestgehend umgeschrieben wurde. In Anspielung auf die biblische Weihnachtsgeschichte beschäftigte sich die Handlung mit der Frage, wie die heutige Gesellschaft auf die Begegnung mit Maria und Josef reagieren würde. Die Veranstaltung kam sehr gut an. Unter den zahlreichen Besuchern fiel der Anteil eigentlich konfessionsloser Jugendlicher auf- man war also auf dem richtigen Weg.


In diesem Jahr realisierte man das bis dahin größte Projekt. Die Umsetzung der im Mittelalter spielenden Schauergeschichte "Liebe, Leidenschaft und Gift" setzte neue Maßstäbe in allen Bereichen. Um den umfangreichen, in Reimen geschriebenen Text und die komplexe Handlung optimal präsentieren zu können, begannen die Proben bereits im zeitigen Frühjahr. Es war weiterhin erforderlich, zwei zusätzliche Rollen zu schreiben und einzubauen. Das Stück sollte zweimal an verschiedenen Orten aufgeführt werden. Daher war eine geeignete Bühne nötig. Diese sollte die entsprechende Größe haben und schnell auf- bzw. abbaubar sein. In Zusammenarbeit mit einer regionalen Gerüstbaufirma konnte eine Lösung gefunden werden - die für die Eigenkonstruktion benötigten Teile wurden kostengünstig ausgeliehen. Unvergessen bleiben sicher die ersten Aufbauversuche auf dem Hof bzw. in der Scheune eines Mitgliedes der Truppe. Dort fanden übrigens auch die letzten Proben statt. Die umfangreichen Requisiten und Kostüme stellte man größtenteils selbst her. Eine sehr gute Zusammenarbeit gab es auch mit dem Heimatverein Dittmannsdorf e.V. der unter anderem die Bühnenbilder kreierte und Ton- bzw. Lichttechnik zur Verfügung stellte. Diese Kooperation sollte auch in den kommenden Jahren wichtig für den Erfolg der Gruppe sein. Der Premierentag am 08.09. verlief recht denkwürdig. Geplant war eine abendliche Open- Air- Veranstaltung auf dem Witzschdorfer Schulhof. Am Nachmittag mußte die Bühne aufgebaut werden. Angesichts der mehr als schlechten Wetterprognosen entwickelten sich heftigste Diskussionen Pro und Kontra eines Auftrittes. Schließlich setzten sich die Optimisten durch und von einigen Schauern abgesehen blieb die Lage stabil. Begeisterte Zuschauer und ein großer Applaus entlohnten für die vielen Mühen.
Anläßlich der Festwoche zum Schuljubiläum in Dittmannsdorf kam es am 03.10. zu einer weiteren Darbietung von "Liebe, Leidenschaft und Gift" in der Kultur- und Sporthalle des Ortes. Dieser verlieh man mittels bemalter Vorhänge ein mittelalterliches Flair. Beide Vorführungen hatten eine gute Resonanz in der lokalen Presse.
Zur Christnachtsfeier diesen Jahres konnte mit "Ist der Preis Weihnachten?" erstmals ein völlig selbst geschriebenes Stück präsentiert werden. In einer aufwendig inszenierten Gameshow rechneten die Autoren schonungslos mit den Medien und deren inhaltsloser Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes ab.



Ein Fernsehauftritt - wer hätte das gedacht. Dazu muß allerdings eine kleine Vorgeschichte erzählt werden. Zu der Aufführung von "Liebe, Leidenschaft und Gift" im Oktober`96 gab es einen Videomitschnitt. Wegen einer defekten Kamera war dieser allerdings von sehr schlechter Qualität. Die Reparatur durch einen Spezialisten stand im Bereich des Möglichen, also ging man über die Sendung "Mach dich ran" des MDR- Fernsehens auf die Suche. Im Februar 1997 stand das TV- Team plötzlich vor der Haustür und die Laienspielgruppe vor zwei Möglichkeiten; entweder das tatsächlich reparierte Video zu akzeptieren oder das Stück erneut vor laufender Kamera zu spielen. Weil die ausgebesserte Version aus technischen Gründen noch immer nicht optimal war, kam nur die zweite Option in Frage.
Jetzt begann ein echter Kraftakt. Innerhalb von sechs Stunden mußten die Bühne aufgebaut, Requisiten beschafft, Ton- und Lichttechnik bereitgestellt, Zuschauerplätze vorbereitet, das Publikum zusammengetrommelt und sogar ein Darsteller von der Baustelle seiner Firma in Leipzig geholt werden. Kaum zu glauben, aber alles funktionierte irgendwie, die Truppe erhielt ein professionelles Video und einige Wochen später eine kurze Präsenz im Fernsehen.
Im Sommer beteiligte sich die Gruppe in kleiner Besetzung und dem kurzen Schwank "Der Heiratsantrag" an den Feierlichkeiten zur Einweihung des neuen Gemeindehauses der Kirchgemeinde Witzschdorf.
Zur dritten "Christnachtsfeier" kam das wiederum selbst verfaßte Spiel "Stille Nacht" zu seiner Uraufführung. Dieses setzte sich mit der verbreiteten Perspektivlosigkeit von Jugendlichen in unserer Gesellschaft auseinander.



In diesem Jahr ging es vergleichsweise ruhig zu. Zum mittlerweile vierten Mal gab es eine "Christnachtsfeier". Mit Lebenslügen, Egoismus und einer auf der Jagd nach Geld bzw. Erfolg gescheiterten Existenz beschäftigte sich das in bewährter Manier selbst geschriebene Stück "Gestern! Heute! Morgen?" in der bis auf den letzten Platz gefüllten Witzschdorfer Kirche. Während die alternativen Spiele bei den Zuschauern langsam Kultstatus erreichten, regte sich bei konservativen Kirchenkreisen des Ortes zunehmend Widerstand.


Ein Jahr der Superlative und großen Krisen. Im Frühjahr begannen die Vorbereitungen zum bis dahin aufwendigsten Stück- "Basil, die Ratte", basierend auf der berühmten englischen Fernsehserie "Fawlty Towers- Das verrückte Hotel". Die Vorlage mußte zunächst theatergerecht überarbeitet werden. Der Bühnenaufbau stellte die Gruppe vor neue Herausforderungen, spielte die Handlung doch parallel in verschiedenen Räumen. Nicht zuletzt sei der umfangreiche Text erwähnt- ein Glanzstück britischen Humors.
Aufführungsort sollte ein Lagerraum im Gewerbepark W. I. T. Witzschdorf sein. Anlaß gab die 600- Jahrfeier des Ortes. In Tage- und Nächtelanger Kleinarbeit gelang es, einen großen, kalten, sterilen und zweckgebundenen Raum in ein kleines Theater mit Clubatmosphäre zu verwandeln. Diese Arbeitsintensität im schauspielerischen und technischen Bereich brachte den Zusammenhalt der Truppe an seine Grenzen. Der unglaubliche Erfolg mit drei ausverkauften Vorstellungen glättete jedoch schnell die Wogen. Dazu kamen sehr positive Pressekritiken. Ein Auftritt war übrigens für die Teilnehmer eines deutsch- französischen Freundschaftstreffens reserviert. Hierzu mußte das Programmheft eigens ins Französische übersetzt werden.
"Basil, die Ratte" zahlte sich noch in anderer Hinsicht aus: Man erhielt vom Freistaat Sachsen durch die Sächsische Jugendstiftung einen Förderpreis der recht hoch dotiert war. Zur Verleihung reiste ein Teil der Laienspieler nach Dresden und spielte dort einen Ausschnitt vor. Erwähnenswert ist noch die Beteiligung am Festumzug zum Ortsjubiläum. Mit "Und vergib uns unsere Schuld" verfaßte man eines der bisher intensivsten Weihnachtsstücke. Hier wurden in recht drastischer Weise Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Krieges angeprangert. Das Zuschauer, die noch selbst Kriegserlebnisse hatten, am Ende weinten, sagt viel aus. Inhalt und Umsetzung gaben den bereits über Jahre schwelenden Vorurteilen einiger Unbelehrbarer neue Nahrung. Bei den Leuten, die begriffen worum es ging sorgte das Spiel für Emotionen und Nachdenklichkeit.



Zunächst war Feiern statt Arbeit angesagt- genaugenommen eine sogenannte "70iger- Jahre- Party". Standesgemäß in Schlaghosen und Minis wurde in der Kultur- und Sporthalle Dittmannsdorf zu authentischen Rhythmen abgetanzt. Die Teilnehmerzahl war zwar recht gering, das tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch.
Inspiriert durch den großen Erfolg der "Christnachtsfeiern" und angeregt vom Pfarrer der Kirchgemeinde beschloß man, einen Jugendgottesdienst am Gründonnerstag zu organisieren. Dazu schrieben die Autoren der Gruppe ein Anspiel mit dem Titel "Verraten, Vergeben, Veropfert". Dieses handelte ein unter Christen verbreitetes Problem ab- zwischen ihren Idealen und einer weit davon entfernten Gesellschaft abwägen zu müssen.
Ein weiteres kurzes Anspiel erdachte und spielte man im Rahmen der Zeltmission, die in jenem Sommer Station in Gornau machte.
Im September stieg eine zweite "70iger- Jahre- Party".
Vom Ortschaftsrat Witzschdorf erhielt die Laienspielgruppe die Anfrage, ob es möglich wäre an einem Festprogramm zum Tag der Einheit mitzuwirken. Das Angebot wurde positiv beantwortet und "Der Kuhhandel", ein Bauernschwank, einstudiert. Bemerkenswert hierbei war sicher die "realistische" Kuh, die zwei Darsteller beanspruchte und sehr ausdrucksstark agierte. Die Aufführung im Gewerbepark W.I.T. ging leider im allgemeinen Feiertrubel etwas unter- sehr bedauerlich, da auch dieses Stück mit der üblichen Sorgfalt und Arbeitsintensität vorbereitet worden war.
Zur mittlerweile sechsten "Christnachtsfeier" stand das sehr ironische und provokative "Krippenspiel" auf dem Plan. Verfaßt vom bewährten Team wurden darin die Figuren der klassischen Weihnachtsgeschichte mit "Störfaktoren", Auswüchsen unserer heutigen Konsumgesellschaft, konfrontiert. Trotz oder gerade wegen des großen Erfolges dieser Veranstaltungen erreichte die Mißgunst konservativer Gegner einen neuen Höhepunkt. Die weitere Zukunft dieses Projektes in Witzschdorf stand nunmehr zur Diskussion.



Eine neue Ära in der Geschichte der Gruppe beginnt. Nach mittlerweile sieben Jahren erfolgreicher Tätigkeit wurden deutliche Verschleißerscheinungen an der bisherigen lockeren Organisationsform deutlich. Arbeit und Verantwortung waren auf den Schultern von zu wenigen Leuten konzentriert. Nach langen, gründlichen Überlegungen und unendlichen Diskussionen fiel schließlich die Entscheidung zu Gunsten einer Vereinsgründung. Diese wurde im Januar 2001 vollzogen.
Da Bewährtes natürlich auch unter den veränderten Bedingungen weiterbestehen sollte, beteiligte man sich an Organisation und Durchführung des zweiten Witzschdorfer Jugendgottesdienstes am Gründonnerstag. Das Anspiel "Beschenkt- Geschenkt?", wie immer selbst geschrieben, regte zum Nachdenken an.
Der Kirchenvorstand von Witzschdorf stimmte im Frühjahr mit deutlicher Mehrheit für ein Fortbestehen der "Christnachtsfeiern".
Als Rückblick auf die Vergangenheit und gleichzeitige Würdigung des Neuanfanges war die nochmalige Aufführung der Stücke "Das Schwammerlgericht" und "Der Kuhhandel" am 16.06. in der Kultur- und Sporthalle Dittmannsdorf zu sehen. Anschließend begannen sofort die Arbeiten am größten Projekt des Jahres: "Fawlty Towers- Räucherhering und Leiche".
Zwei "70iger- Jahre- Partys" im Mai bzw. August sorgten dafür, daß der Spaß an der Sache nicht verloren ging.
Am 29. September war Premierentermin von "Der Räucherhering und die Leiche". Weitere Aufführungen gab es am 30. September, sowie am 6. und 7. Oktober.
Das Stück wurde ein voller Erfolg - alle Vorstellungen waren ausverkauft. Sehr gute Pressekritiken und eine Aufzeichnung im Regionalfernsehen belohnten die Akteure für ihre monatelangen Vorbereitungen. Dabei schien noch zur Generalprobe alles in Frage gestellt - den Hauptdarsteller stach eine Hornisse, er erlitt einen allergischen Schock und verbrachte die folgende Nacht im Krankenhaus. Glücklicherweise trat eine rasche Verbesserung seines Zustandes ein und es konnte letztendlich doch gespielt werden.
Viel Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen blieb allerdings nicht - die nächste Christnachtsfeier stand an. Das Spiel "Gratwanderung" entstand in der neuen Rekordzeit von knapp fünf Wochen. Inhaltlicher Schwerpunkt waren die Themen Schuld und Vergebung. Gleichzeitig wollte man auch in Sachen Licht, Requisiten sowie schauspielerischer Umsetzung neue Wege ausprobieren. Dank großer Disziplin und Einsatzwillen fast aller Beteiligten gelang bis zum 24.12. eine aufführungswürdige Umsetzung des Stoffes.
Ein wirklich schlimmer Schneesturm machte aber leider die Durchführung zum traditionellen Zeitpunkt unmöglich. Der Termin mußte auf den 7. Januar 2002 verschoben werden. So endete ein ansonsten sehr gutes Jahr eher unbefriedigend.


Dieses Jahr geht als eine der schwierigsten und kontroversesten Zeiten in die Annalen der Laienspielgruppe ein. Es begann bereits recht ungewöhnlich mit der verspäteten Aufführung des Weihnachtsstückes "Gratwanderung" am 7. Januar. Das Stammpublikum ließ sich dennoch nicht beirren und die Witzschdorfer Kirche war wieder sehr gut gefüllt. An Inhalt und Umsetzung schieden sich die Geister diesmal allerdings stärker als bisher.
Am 09.03. war es wieder Zeit für die obligatorische "70iger- Jahre- Party" - eine der bisher besten und stimmigsten Ausgaben.
Eine feste Institution im Vereinsleben ist mittlerweile der Jugendgottesdienst zum Gründonnerstag. Das Anspiel "Zukunft. Zuschauen? Zutrauen!" befasste sich mit Zukunftsängsten junger Menschen.
Im Frühjahr begannen die Proben zu "Der Diener zweier Herren". Die Umsetzung dieses Klassikers sollte ursprünglich ein neuer Meilenstein in der künstlerischen Entwicklung der Gruppe werden.
"Filou" ist der Titel der eigenen Seite im "Dittmannsdorfer Heimatblatt". Einmal im Monat erscheinen Buchtipps, Theater, Film- und CD- Rezensionen. Veranstaltungshinweise und die Vorstellung neuer Projekte sind ebenfalls Bestandteil. Mit dem vermehrten Kauf eigener Technik und der Beschaffung von Räumlichkeiten zur Lagerung von Kostümen, Requisiten etc. wurde ein weiterer Schritt in Richtung völliger Unabhängigkeit unternommen.
Märchenzeit war im Juni angesagt. Man brachte anlässlich des Kindertages "König Drosselbart" auf die Bühne. Eine Woche später folgte ein Auftritt zum Kirchgemeindefest Börnichen, am 8.12. wurde die Geschichte auf dem Zschopauer Weihnachtsmarkt präsentiert.
Zum Kinderfest am 15.06. brachten sich die Laienspieler mit einem mittelalterlichen Stand ein. "Historische" Mixgetränke und Ritterspiele waren hier die Highlights. Im gleichen Outfit zog ein Teil der Truppe beim Festumzug anlässlich des Zschopauer Schützenfestes durch die Strassen der Stadt.
Zwischenmenschliche Spannungen und damit verbundene Solidarisierungen führten ab Jahresmitte zu großen Problemen innerhalb der Gruppe. Diesen Umständen war auch die Absetzung des "Diener zweier Herren" geschuldet. Um dennoch im Herbst ein Stück präsentieren zu können, fiel die Entscheidung "Liebe, Leidenschaft und Gift" zu neuen Ehren kommen zu lassen. Eigens dafür entstanden zwei zusätzliche Szenen. Drei ausverkaufte Vorstellungen am 28./29.09. und 05.10. sowie sehr gute Presseresonanzen täuschten über ständig größer werdende interne Schwierigkeiten hinweg.
Unter diesen Umständen ist es bemerkenswert, dass mit "Wunderbar" noch rechtzeitig ein Stück zur VIII. Christnachtsfeier fertiggestellt werden konnte. Es handelt von gescheiterten Existenzen, die sich am Heiligen Abend in einer Bar treffen. Die Mischung aus Humor, Traurigkeit und Hoffnung kam sehr gut an und sorgte für durchweg positive Resonanz.


Das Jahr 2003 hatte eine entscheidende Bedeutung für die Zukunft des Vereines. Diese stand auf Messers Schneide. Die schon ab Mitte 2002 bestehenden Differenzen innerhalb der Truppe eskalierten nach der VIII. Christnachtsfeier. Ein offener Brief des Vorstandes, der die Dinge beim Namen nannte und die Sache eigentlich etwas entschärfen sollte, erreichte genau das Gegenteil. So kam es zur Jahreshauptversammlung im Januar zu einigen unsachlichen und recht heftigen Debatten. Es wurde klar, dass bestimmte Personen nicht mehr miteinander auskommen konnten oder wollten. Man entschied sich dennoch unter Vorbehalt weiterzuarbeiten bzw. abzuwarten, wie sich der Konflikt entwickelt.
So stand die "70iger- Jahre- Party" am 05.04. unter keinem guten Vorzeichen. Oberflächlich gesehen mit sehr vielen Gästen und guter Stimmung ein voller Erfolg, gab es hinter den Kulissen große Schwierigkeiten. Da einige Leute aus dem Organisationsteam ohne Vorwarnung nicht erschienen waren, musste sich der zahlenmäßig viel zu kleine "Rest" mit den unschönen Nebenerscheinungen einer solchen Veranstaltung herumplagen.
Am 17.04. fand wieder der nun auch schon traditionelle Jugendgottesdienst zum Gründonnerstag in Witzschdorf statt. Dazu wurde das Anspiel "Begegnung- Respekt- Glaube" zum Thema Toleranz geschrieben. Ein neuer Aspekt bestand darin, die Jungen Gemeinden von Dittmannsdorf und Witzschdorf bei der Umsetzung mit einzubeziehen. Der Versuch verlief erfolgreich und perspektivisch soll dieser Weg noch verstärkter beschritten werden.
"Dornröschen" kam als Märchenadaption zu neuen Ehren. Vom entsprechenden Arbeitskreis sehr liebevoll inszeniert, gab es zwei erfolgreiche Aufführungen: am 24.05 für die drei Kindergärten unserer Gesamtgemeinde Gornau in der Sporthalle des Ortes, sowie am 29.06. anlässlich des Kirchgemeindefestes in Dittmannsdorf.
Seit März liefen die Vorbereitungen für den Höhepunkt der Saison, der Aufführung des Agatha Christie Klassikers "Und dann gabís keines mehr...". Vom Textumfang und der Länge her gesehen war dieses Stück eine neue Herausforderung sowohl dramaturgisch als auch schauspielerisch gesehen. Um die recht komplexe Handlung transparenter zu gestalten, schrieb man eine erklärende Rahmenhandlung. Am Ende stand die unglaubliche Länge von knapp drei Stunden zu Buche. Es war für alle Beteiligten eine neue Erfahrung, sich über einen so langen Zeitraum auf Text und Darstellung voll konzentrieren zu müssen. Die Musik zu dieser Inszenierung wurde im Übrigen von einer befreundeten Studentin komponiert, die auch schon den "Soundtrack" zu "Dornröschen" beigesteuert hatte. Vier Auftritte am 20.09./ 21.09. und 27.09./ 28.09. sorgten für zufriedene Zuschauer und das gute Gefühl, ein großes Projekt erfolgreich umgesetzt zu haben. Ein weiterer positiver Effekt bestand in der Integration von drei neuen Mitstreitern- zwei Schauspieler und ein Techniker. Ein besonderer Gag war die Besetzung einiger Gastrollen mit "Prominenten" unserer Orte.
Recht spät im Jahr entstand "TeleinVasion" das aktuelle Werk zur IX. Christnachtsfeier. Hierbei handelt es sich um eine bitterböse Mediensatire. Schon beim Schreiben traten gelegentlich Zweifel auf, ob der Bogen diesmal vielleicht überspannt werden könnte - allzu kritisch-sarkastisch wurde der alltägliche Fernsehwahnsinn auf´s Korn genommen. Hinzu kam die extrem kurze Vorbereitungszeit geprägt von teilweise chaotischen Proben. Mit gespannter Erwartung ging es daher in die Premiere. Entgegen aller Bedenken wurde das Stück begeistert aufgenommen und ein absoluter Erfolg. Aufgrund der beschriebenen Umstände lag das Niveau im schauspielerischen und technischen Bereich allerdings unter den Möglichkeiten der Truppe.
Im Vergleich zum schweren Beginn endete das Jahr sehr harmonisch. Die Laienspielgruppe ging mit den Leuten, die dabei geblieben sind gefestigt und gestärkt aus einer schweren Krise hervor. In Verbindung mit der Frische und dem Enthusiasmus der neu hinzugekommenen Mitglieder ist berechtigter Optimismus für künftige Projekte angesagt.


Kaum zu glauben, aber in diesem Jahr feierte die Laienspielgruppe bereits ihr zehnjähriges Jubiläum. Im Januar stellte die obligatorische Jahreshauptversammlung wieder die Weichen für ein neues Jahr voller Projekte und Herausforderungen.
Nachdem die 70iger-Jahre Feten etwas an Reiz verloren hatten, probierte man am 20.03. in Zusammenarbeit mit dem Jugendclub Dittmannsdorf in Form einer so genannten "Ganovenparty" ein neues Konzept aus. Im entsprechenden Ambiente konnten sich die Gäste an verschiedensten Glücksspielen von Poker bis Roulette probieren. Wer am Ende den größten Betrag an Spielgeld gewonnen hatte, dem winkten attraktive Preise. Die Idee kam sehr gut an und gelegentlichen Neuauflagen sollte nichts im Wege stehen.
Ein fester Bestandteil im Vereinsleben ist mittlerweile der Jugendgottesdienst am Gründonnerstag geworden. Traditionell wurde dazu mit "Am Anfang war Vertrauen" ein Anspiel verfasst. Die Umsetzung des Stoffes übernahmen Mitglieder der Jungen Gemeinden, nach deren inhaltlichen Vorstellungen die Handlung aufgebaut worden war. Im Mai begannen die Arbeiten für den Theaterherbst. Bei der Auswahl des Stückes kam das gute alte "Verrückte Hotel" zu neuen Ehren. "Kommunikationsprobleme" und "Der Gourmetabend" heißen die aktuellen Episoden der Doppelinszenierung. Die Aufführungen am 25./ 26.9. bzw. 02./ 03.10 in der Dittmannsdorfer Kultur- und Sporthalle wurden in jeder Beziehung ein großer Erfolg. Dabei war dies nicht unbedingt zu erwarten, da die Proben bis zum Ende sehr chaotisch verliefen und selbst wenige Tage vor der Premiere nicht abzusehen war, ob die Sache überhaupt funktionieren würde. Hier offenbarte sich aber auch ein generelles Problem- es wird immer schwieriger berufs- und studienbedingt alle Leute unter einen Hut zu bringen. Jedenfalls entschädigte die sehr gute Resonanz für manchen Stress während der Vorbereitungen. Im Übrigen sind im technischen Bereich revolutionäre Neuerungen zu verzeichnen. Dank eines Videobeamers konnten Außenaufnahmen gedreht werden, die sich per Leinwand perfekt in den Handlungsablauf auf der Bühne integrieren ließen. Diese Technologie eröffnet natürlich ganz neue Perspektiven für die Zukunft.
Am 02.10. wurde endlich auch das große Jubiläum standesgemäß gefeiert. Hierzu hatte ein Arbeitskreis monatelang Vorbereitungsarbeit geleistet. Mit Spielstationen für Kinder, Kaffee und Kuchen, Gegrilltem, der Ausstellung zur Geschichte, einer großen Party inklusive Lifeband sowie Abschlußfeuerwerk gab es eine Menge zu erleben. Die zahlreichen Glückwünsche und Geschenke waren natürlich auch eine schöne Würdigung und gleichzeitig Motivation für die nächsten Jahre.
Bei all den positiven Dingen die sich 2004 ereigneten, gibt es auch weniger schöne Tendenzen zu vermelden. So verschlechterte sich das Verhältnis zum Heimatverein Dittmannsdorf weiter rapide. Die Ursachen dafür sind vielschichtig und liegen in der Geschichte unserer beiden Vereine begründet. Leider scheint damit die jahrelange gegenseitige Unterstützung keine weitere Basis mehr zu besitzen. Das ist umso trauriger, da einige federführende Mitglieder des Heimatvereines ihre Wurzeln in der Laienspielgruppe hatten. Alle Aspekte jener Ereignisse verarbeitete man im Stück "Befindlichkeiten" anlässlich der X. Christnachtsfeier. Diese verzeichnete einen neuen Besucherrekord und zeigte deutlich auf, dass das Konzept der alternativen Krippenspiele nichts von seinem Reiz verloren hat.


Das Jahr 2005 geht sicher als eines der arbeitsreichsten in die Geschichte des Vereines ein. Auf der Jahreshauptversammlung im Januar stand zunächst einmal die Neuwahl des Vorstandes an. Bis auf eine Änderung sprachen die Mitglieder dem bewährten Team ihr Vertrauen aus. Weiterhin legte man das umfangreiche Programm für die kommende Saison fest. Diese startete mit einem Anspiel zum Jugendgottesdienst am Gründonnerstag, der am 24.03. stattfand. Dazu entstand das Anspiel "Erfahrungswerte", welches mit jungen Darstellern der JG's Dittmannsdorf bzw. Witzschdorf erfolgreich umgesetzt wurde.
Die erfolgreiche "Ganovenparty" von 2004 zog logischerweise eine Wiederholung am 09.04. nach sich. Aufgrund verschiedener Terminüberschneidungen war diese jedoch nicht so gut besucht wie die vorjährige Ausgabe. Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch und die "Zockerei" ging bis spät in die Nacht.
Zu einem absoluten Höhepunkt entwickelte sich am 15.05. das "1. Klein-Tiroler Seifenkistenrennen". In der Organisation dieser Veranstaltung arbeitete die Laienspielgruppe mit dem EMC Witzschdorf e.V. und dem Jugendclub Dittmannsdorf zusammen. Obwohl nur acht Kisten am Start waren, kamen die Zuschauer in Scharen und sorgten für eine tolle Atmosphäre. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die legendäre feuchtfröhliche abendliche Siegerehrung.
Anfang Juni fand in Gornau wieder eine Zeltmission statt. Die Veranstalter baten um die Erstellung themenspezifischer Anspiele. So entstanden "Zeit-Weise", "Lebens(T)räume" und "Ambivalenzen", die innerhalb der entsprechenden Gottesdienste von verschiedenen Darstellern der Gruppe gespielt wurden. Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang der enorme Zeitdruck unter dem die kreative Arbeit stand. Die Stücke wurden teilweise zwei Tage vor der Aufführung geschrieben und Stunden vorher eingeprobt.
In dieser Zeit warf bereits das große Herbstprojekt seine Schatten voraus. Die Vorbereitungen zur Umsetzung der "Drei Musketiere" hatten schon im März begonnen. Der Umfang dieses Projektes brachte alle Beteiligten an ihre Grenzen. Dabei war die schauspielerische Gestaltung des gut drei Stunden langen Stoffes noch der geringere Aufwand, insbesondere Requisiten, Kostüme und Bühnendesign sorgten für Kopfzerbrechen. Unter Mithilfe örtlicher Vereine wie Jugendclub und Handarbeitszirkel, sowie der Unterstützung zahlreicher handwerklich geschickter Privatpersonen gelang es, die Zeit von D`Artagnan und Co. authentisch darzustellen. Nicht vergessen werden sollten natürlich die Außenszenen zu Pferde. Hierzu drehte man auf einem Reiterhof in der Nähe von Rochlitz. Dieser stellte auch die entsprechenden Doubles, da es mit den Reitkünsten der Hauptdarsteller nicht zum Besten stand. Die Aufführungen am 24./25./30.9. und 01./02.10. waren alle ausverkauft und liefen perfekt. Zuschauer und Presse zeigten sich begeistert.
Nach all diesem Aufwand lief die Motivation bezüglich der XI. Christnachtsfeier zunächst etwas auf Sparflamme. So begannen die Autoren erst Mitte November mit dem Schreiben von "Ausgespielt?". Natürlich wurde damit wieder der alten "Tradition" entsprochen, alles mit der heißen Nadel zu stricken, kräftig zu improvisieren und bis zum 24. nicht zu wissen, ob die Sache funktioniert oder nicht. Dennoch oder gerade deswegen wurde es wieder ein wunderbarer Abend in einer übervollen Kirche.


Die Jahreshauptversammlung am 28. Januar stellte die Weichen für ein sehr intensives und anstrengendes Jahr. Als erstes Highlight stand der mittlerweile zum festen Programm gehörende Jugendgottesdienst zum Gründonnerstag an. Das eigens dafür verfasste Anspiel "Satt?!" führten wieder Mitglieder der Jungen Gemeinden Dittmanndorf und Witzschdorf auf.
Der Durchführung eines Workshops zur Verbesserung der schauspielerischen Fähigkeiten und Techniken wurde das Wochenende vom 22./ 23. April gewidmet. Hierzu holte man sich professionelle Anleitung durch einen "echten" Schauspieler des Theaters Freiberg. Die zwei Tage in der Strobel-Mühle Pockau brachten den Beteiligten zahlreiche neue Erkenntnisse. Unvergessen bleibt sicher auch der gemeinsame Besuch des Hochseilgartens.
Ein weiterer fixer Bestandteil des Vereinslebens ist die Mitarbeit an der Organisation des "2. Klein-Tiroler Seifenkistenrennens". Dieses fand am 27. Mai statt und erfreut sich zunehmenden Interesses von Zuschauern und Teilnehmern.
Zu Pfingsten heirateten unser "Chef" und seine Conny. Die Mitglieder der Truppe ließen sich natürlich nicht lumpen und stellten eine mehrstündige Revue mit Spielen, Schauspiel, Tanz- und Gesangseinlagen auf die Beine. Nicht nur dieser Beitrag machte die Feierlichkeiten zu einem wunderschönen Ereignis von dem noch lange gesprochen wurde.
Da der "Tag der Sachsen" in diesem Jahr in Marienberg stattfand, bot sich eine gute Gelegenheit, die Laienspielgruppe dort zu präsentieren. Dies passierte auf zwei Ebenen, am ersten Tag spielten einige Mitglieder einen Sketch auf der Bühne des Kreisjugendringes, der 3. September war dem großen Festumzug gewidmet, an dem man sich beteiligte. Leider startete dieser mit zweistündiger Verspätung und der pünktlich einsetzende Dauerregen konnte die Stimmung nicht wirklich beleben.
Das Herbstprojekt dieses Jahres gestaltete sich unter ganz besonderen Vorzeichen. "Die Jagd nach der Flamme des Orients" ist das erste selbstverfasste weltliche Stück des Autorenteams der Gruppe. In einem langwierigen und schwierigen Prozess erschuf man diese rasante Gaunerkomödie voller Wortwitz und aberwitziger Wendungen. Der große Zeitdruck, das Werk entstand ja neben der Arbeit an den anderen Projekten des Frühjahres, machte es sogar notwendig, das Skript in zwei Teilen auszugeben. So übten die Darsteller erste Szenen, während das Ende noch nicht einmal geschrieben war! Hinzu kamen wieder aufwändige Außenszenen mit Verfolgungsjagden per Auto und zu Pferd. All diese Faktoren wirkten sich natürlich auch negativ auf die Probenatmosphäre aus. Hier herrschte doch eine gewisse Angespanntheit vor. Die gigantische Länge von über drei Stunden stieß ebenfalls nicht bei allen Beteiligten auf Gegenliebe. Überaus erfolgreiche Aufführungen am 23./ 24./ 29. /30.09. und 01.10. ließen all diesen Stress vorerst in Vergessenheit geraten.
Was wäre ein Jahr ohne die obligatorische Christnachtsfeier? Die mittlerweile zwölfte Ausgabe thematisierte den Rechtsradikalismus in unserer Gesellschaft. Das Stück "Deutschland - ein Weihnachtsmärchen?" setzte sich provokant, direkt aber auch sehr emotional mit diesem heiklen Inhalt auseinander. Der Zuspruch des überaus zahlreich erschienenen Publikums zerstreute jedoch alle Vorbehalte im Vorfeld der Aufführung, und machte deutlich, dass man den richtigen Ton getroffen hatte. Allerdings gingen die Vorbereitungsarbeiten erneut an die Substanz, selbst bei den altbewährten Autoren zeigten sich Verschleißerscheinungen, welche die sonst übliche Harmonie störten und hoffentlich nicht weitere kreative Prozesse beeinträchtigen werden.


Erneut gilt es, ein aufregendes und arbeitsintensives Jahr zu bilanzieren. Schon die Jahreshauptversammlung am 20. Januar verlief recht turbulent, doch irgendwie gelang es, neben Satzungsänderung und Vorstandswahlen die zahlreichen Aktivitäten für die kommende Saison zu planen.
Zwei Lesungen am 11. bzw. 13. März im Rahmen einer Orchideenschau im Botanischen Garten Chemnitz stellten eine Premiere im bisherigen Schaffen der Gruppe dar. Organisatorisch gestaltete sich die Sache etwas stressbehaftet, da dafür eingeplante Musiker kurzfristig absagten. Obwohl die Zuschauerzahlen in diesem Experiment eher überschaubar waren, kann die Aktion doch als Erfolg gewertet werden. Wiederholungen in den kommenden Jahren sind nicht auszuschließen.
Eine neue Auflage der "Ganovenparty" am 17. März sorgte für Spaß und Entspannung.
Weiterhin galt es, eine knappe Woche später den 60. Geburtstag eines verdienten Mitgliedes mittels eines bunten Programms zu "veredeln". Mit kurzen Spielszenen, Musikeinlagen und Videosequenzen aufwändig gestaltet, verlief die Umsetzung wegen des zu hohen Zeitaufwandes nicht ganz optimal, was aber einer schönen Feier keinen Abbruch tat.
Der April bot im Wesentlichen drei Highlights. "Kapitän von Bord?!" hieß das Anspiel anlässlich des Jugendgottesdienstes am Gründonnerstag. Wie in den Jahren zuvor setzten Mitglieder der Jungen Gemeinden den Stoff szenisch um. Eine randvolle Kirche bewies, dass das Konzept sich bewährt hat.
Nachdem der Workshop zur Intensivierung der schauspielerischen Fähigkeiten im Vorjahr so gut eingeschlagen hatte, war die zweite Ausgabe am 21./22. April nur logisch. Erneut zog man sich für ein Wochenende in die Strobel-Mühle Pockau zurück.
Nur acht Tage danach führte die Truppe das letztjährige Christnachtsstück "Deutschland - ein Weihnachtsmärchen?" im Gemeindesaal der Kreuzkirche Chemnitz auf. Da es schon oft Anfragen nach Wiederholungen der Weihnachtsstücke gab, hatte sich aufgrund der Bekanntschaft eines Mitgliedes mit dem Pfarrer dieser Kirche endlich eine gute Gelegenheit ergeben. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen, gleichzeitig konnte der Grundstein für eine zukünftige Zusammenarbeit gelegt werden.
Seifenkistenrennen heißt das Stichwort für den 2. Juni. In bewährter Zusammenarbeit mit dem Jugendclub Dittmannsdorf sowie dem EMC Witzschdorf rollten die verrückten Gefährte nun schon zum dritten Mal.
Ab Monatsmitte war es nun an der Zeit, sich endlich dem großen Herbstprojekt zu widmen. Shakespeares "Sommernachtstraum" stand ins Haus. Im Vorfeld gab es rege Debatten, ob dieses Stück nicht zu anspruchsvoll sei und das Stammpublikum eher abschrecken könnte. Weiterhin wirkten Textumfang sowie Ausdruck selbst in einer sprachlich moderneren Fassung nicht gerade ermutigend. Schließlich setzten sich die Befürworter durch und die Proben begannen.
Parallel dazu bereiteten einige Mitglieder anlässlich des Kirchgemeindefestes in Dittmannsdorf einen "Theatersport" sprich Improvisationstheater vor. Hierzu treten zwei Teams gegeneinander an und müssen Themen verarbeiten, die live vom Publikum vorgegeben werden - eine der anspruchsvollsten Varianten des Schauspielerns. Am 7. Juli ging das Ganze dann über die Bühne.
Die gute Kooperation mit dem Botanischen Garten Chemnitz setzte sich bei der Mitwirkung an dessen Herbstfest am 14./ 15. September fort. Dem Thema "Mittelalter" wurde man hier mit der Bereitstellung von Kostümen und der Gestaltung entsprechender Spielstationen für Kinder gerecht.
Recht spät im Jahr, nämlich am 20./ 21. bzw. 26./ 27./ 28. Oktober, kam endlich der "Sommernachtstraum" zu neuen Ehren. Mit Fug und Recht bleibt festzustellen, dass es sich hierbei um den bisher größten Erfolg in der Geschichte des Vereins handelt. Fünf ausverkaufte Vorstellungen in der Kultur- und Sporthalle sowie eine überwältigend positive Resonanz seitens des Publikums entschädigte für alle Mühen im Vorfeld, seien es die in Eigenarbeit gefertigten aufwändigen Kostüme und Bühnenbilder oder die zahlreichen Umbesetzungen aufgrund bedauerlicher Ausstiege einiger gesetzter Darsteller. Insgesamt überwogen bei der Umsetzung des Stückes aber die positiven Aspekte. Es herrschte eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Weiterhin gelang es, einige neue und gute Mitstreiter zu gewinnen.
Mit "Lost Christmas" konnte das diesjährige Werk zur mittlerweile 13. Christnachtsfeier relativ früh im November geschrieben werden. Die Tatsache, dass viele der Mitwirkenden außerhalb Sachsens arbeiten oder studieren ermöglichte dennoch nur wenige Proben.
So hing wieder einmal bis zum 24.12. alles am seidenen Faden. Aber irgendwie gelingt es trotzdem jedes Mal wieder, ein funktionierendes Verkündigungsspiel vor vollem Haus hinzubekommen.


Das Jahr begann mit der zweiten Aufführung von "Lost Christmas" am 6. Januar im Saal des Pfarrhauses der Kreuzkirche Chemnitz. Ein recht zahlreich erschienenes Publikum nahm das Stück sehr gut auf - künftigen Auftritten in diesem Rahmen sollte also nichts im Wege stehen.
Der 17. Februar stand im Zeichen der Jahreshauptversammlung. Zum ersten Mal hatten die anwesenden Mitglieder die Möglichkeit, das Herbstprojekt aus verschiedenen Vorschlägen per Mehrheitsbeschluss auszuwählen. Wie üblich legte man einen wieder sehr umfangreichen Arbeitsplan für die neue Saison fest.
"Weg und Wagnis" war der Titel des Anspiels zum Jugendgottesdienst am Gründonnerstag. Die Organisation in Zusammenarbeit mit den Jungen Gemeinden ist schon eine feste Größe und sorgte einmal mehr für einen sehr stimmigen Abend.
Anlässlich der "Afrikatage" im Botanischen Garten entstand "Diesseits von Afrika" - eine satirische Reflektion großer Probleme des so genannten "Schwarzen Kontinents". Angesichts einer extrem kurzen Vorbereitungszeit mit wenigen Proben konnte sich die Qualität der beiden Auftritte am 31.05 und 01.06. durchaus sehen lassen. Da das Ganze Open Air ablief, sorgten einige Wetterkapriolen mit heftigen Gewittern für zusätzliche Aufregung.
Zur festen Größe im Vereinsleben hat sich der alljährliche Workshop zu Erweiterung und Vertiefung schauspielerischer Fähigkeiten entwickelt. 2008 trafen sich die Teilnehmer vom 13.06.- 15.06. in Drehbach.
Ungewöhnlich spät, nämlich erst am 05.07., startete das vierte Seifenkistenrennen. Als bewährte Partner standen erneut der Jugendclub Dittmannsdorf und der EMC Witzschdorf zur Seite.
Mitte Juni begannen die Proben für den "Diener zweier Herren". Dieser Klassiker sollte im Herbst auf die Bühne gebracht werden. Umfang und Anspruch des Textes stellten dabei die größte Herausforderung dar. Parallel zu den anstrengenden Vorbereitungen stand erneut die Pflicht, den 60. Geburtstag eines sehr verdienten Ehrenmitgliedes adäquat programmatisch auszugestalten. Eine verfilmte Biographie erwies sich schließlich als scheinbar einfachste Lösung. Also schrieb das Autorenteam im September kurzerhand noch ein Drehbuch, dessen letzte Szenen erst während des Filmens fertig gestellt wurden. Obwohl sich die visuelle Umsetzung als viel anstrengender als vorher vermutet erwies, hatten alle Beteiligten großen Spaß und das Endprodukt konnte sich zur Feier am 11.10. wirklich sehen lassen.
Von diesem Termin war es nicht mehr allzu weit bis zur Premiere des "Dieners". Sehr viele intensive Proben waren nötig, um Carlo Goldonis Meisterwerk in der gewohnten Qualität darbieten zu können. Schöne, klassische Kostüme und ein dezentes aber atmosphärisches Bühnenbild trugen ebenso ihren Teil zu den fünf gelungenen Vorstellungen am 18./ 19.10. bzw. vom 24.- 26.10. bei. Positiv fiel der stetig steigende Publikumszuspruch auf - ein schöner Lohn für alle Mühen. Einige Schauspieler werden sicher auch noch lange an die legendären "After-Show-Partys" denken.
Nach all dem Stress tat eine kurze Pause erst einmal gut. Allerdings stand Weihnachten schon vor der Tür und es galt, wieder ein neues alternatives Krippenspiel zu erschaffen. "Last Christmas?" entstand in Rekordzeit und dennoch erfolgte die Rollenausgabe sehr spät. Dank dem großen Engagement aller Beteiligten gelang es dennoch, diese tiefgründige und vielschichtige Parabel über Glauben, Schicksalsschläge und den bewussten Umgang mit Zeit sehr intensiv umzusetzen. So hinterließ die XIV. Christnachtsfeier viele nachdenkliche und betroffene Zuschauer in der übervollen Witzschdorfer Kirche.
Den großen Zusammenhalt in der Truppe untermauerte die gemeinsame Ausfahrt an den Müritzsee vom 29.12.08 bis 04.01.09. In entspannter Atmosphäre verlebten alle ein paar schöne Tage fern von den Anstrengungen, die der Vereinsalltag sonst meistens mit sich bringt.